Träger-Kontakte

Die Gründerin der bundesweiten Initiative Verschickungskinder Anja Röhl, hat im November 2019 einen ersten Betroffenen Kongress auf Sylt organisiert und durchgeführt. Mitglieder des Vorstands des AKVBW e.V. haben dort bereits teilgenommen und im Dezember 2019 die Landeskoordination Baden-Württemberg gegründet.

Nach intensiver Berichterstattung durch Hilke Lorenz in der Stuttgarter Zeitung und der TV - Sendung von Report Mainz nahm das Sozialministerium im Februar 2020 Kontakt mit der Landeskoordination BW auf, signalisierte die Bereitschaft und das Interesse an einer gemeinsamen Aufarbeitung der Geschehnisse mit Baden-Württemberg Bezug und organisierte eine Arbeitsgruppe mit weiteren Trägern und an Kinderverschickung beteiligten Organisationen. 

Ein erstes Ergebnis von gemeinsamen Sitzungen und Meetings ist, dass ihr euch zu Recherchezwecken vertrauensvoll an folgende Personen wenden könnt – wir freuen uns über Feedback zu euren Erfahrungen:

In den Heimlisten von Sepp Folberth von 1956 und 1964 findet ihr eventuell euer Kinderkurheim:

  1. Auflage 1956: https://cloud.nexusinstitut.de/s/YZWE6pxZjKm6aL9
  2. Auflage 1964: https://cloud.nexusinstitut.de/s/RSoH3tziRYELNMC
  • Ministerium für Soziales und Integration

    Die Arbeitsgruppe „Kinderverschickungen mit BW Bezug“ wurde von Sebastian Altemüller Referat 26 Kinderschutzkonzepte im Auftrag von Minister Manfred Lucha ins Leben gerufen und geleitet.

    • Die Arbeitsgruppe „Verschickungskinder“ hat sich 2020 bereits dreimal zu Arbeitssitzungen im Sozialministerium getroffen Ziel ist es, die Verschickungspraxis Baden-Württemberg gemeinsam aufzuarbeiten. Beteiligte Organisationen sind:
      Ministerium für Soziales und Integration; Landesarchiv, Kommunalverband für Jugend und Soziales KVJS, Deutsche Rentenversicherung BW; AOK, LIGA Verband der freien Wohlfahrtsverbände, DRK, Diakonie, Caritasverband, Städtetag, Landesärztekammer und der Vorstand des AKVBW e.V.
    • Das Sozialministerium hat in Abstimmung mit der Arbeitsgruppe bewirkt, dass auf der Jugend- und Familienministerkonferenz am 27.Mai 2020 das Thema Verschickungskinder besprochen wurde und der Beschluss gefasst wurde, dieses Thema bundesweit anzuerkennen und aufzuarbeiten. (Beschluss siehe hier)
    • Wir haben als Verein AKVBW e.V. vom 01.01.2021 bis 31.12.2021 eine Förderung für das Projekt „Koordinierung einer Selbsthilfestruktur der Zeitzeugen von Kinderverschickungen in, von und nach Baden-Württemberg zwischen 1949 bis in die 1980er Jahre“ in Höhe von 30.000 € bewilligt bekommen. Wir sind die einzigen in Deutschland, die bisher finanziell unterstützt werden.
    • Durch die Corona Pandemie wurden leider die Treffen der Arbeitsgruppe ausgesetzt. Jetzt müssen die Koalitionsverhandlungen in der Landespolitik abgewartet werden- Erst dann ist klar, ob und in welcher Form die Arbeitsgruppe weiter bestehen bleibt und die Arbeit wieder aufnimmt.
  • Arbeitsgruppe der Wohlfahrtsverbände Baden-Württemberg

    Die Diakonie Württemberg war die erste Trägerorganisation, von der wir direkt vom Vorstand als Landeskoordination BW zum persönlichen Kennenlernen im Frühjahr 2020 eingeladen wurden. Es war ein sehr empathischer, freundschaftlicher Kontakt auf Augenhöhe.

    Neben vielen konstruktiven, empathischen und unterstützenden Telefon- und Onlinekontakten zu Herrn Reuting und Frau Memmel für den Württembergischen Teil der Diakonie, begann auch der erste intensivere Kontakt zwischen uns und Herrn Renk vom Badischen Teil der Diakonie.

    • Diesen beiden Kontakten ist es zu verdanken, dass wir ein erstes großes Onlinetreffen am 23.03.2021 zwischen der Arbeitsgruppe der Wohlfahrtsverbände BW, unserem Verein und Betroffenen zu allen Trägern der Wohlfahrtsverbände hatten.
    • Wir werten dieses Treffen als großen Fortschritt in dem Bemühen, eine gemeinsame Aufarbeitung des Kapitels Kinderverschickungen BW mit der Mehrheit der anwesenden Träger auf Augenhöhe erreichen zu können.
    • Der Austausch über Erwartungen und Befürchtungen bezüglich einer gemeinsamen Aufarbeitung des Themas Kinderverschickungen Baden-Württemberg war mehrheitlich offen und wertschätzend.
    • Wir warten jetzt auf die Ergebnisse der internen Absprachen.
    • Auf unserer Homepage werden dann in Kürze die direkten Ansprechpartner:innen der kooperierenden Trägern genannt und verlinkt werden.
  • Kooperation mit dem Bürgermeister Bad Dürrheim Herrn Jonathan Berggötz

    Herr Berggötz hat uns, nach dem Erscheinen des Artikels von Hilke Lorenz am 16.02.2021 in der Stuttgarter Zeitung über die Erlebnisse der Heimortverantwortlichen Silvia Wisbar, direkt eine Mail geschrieben, und um ein Telefonat gebeten.

    Es gab bereits ein persönliches Treffen in Bad Dürrheim zwischen Andrea Weyrauch, Hilke Lorenz und Herrn Berggötz. Das war sehr berührend und setzt Maßstäbe.

    • Herr Berggötz ist bisher der Erste und Einzige, der in seiner heutigen Funktion Verantwortung für die traumatischen Erlebnisse der Betroffenen aus der Heimortgruppe Bad Dürrheim übernimmt und sich dafür entschuldigt, was diese erleiden mussten, als sie Kinder waren. Er zeigt Haltung, die von innen kommt.
    • Beim Onlinetreffen mit Vertreter:innen der Heimortgruppe Bad Dürrheim zeigte sich, dass er es ernst meint, mit dem Thema Übernahme von Verantwortung, Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten und Wege zur Aufarbeitung und Versöhnung.

    Wir glauben, dass wir mit ihm einen Weg gehen werden, der Vorbildcharakter hat. Wir sind mitten im Prozess und berichten hier weiter davon. Folgendes Dokument hat er uns bereits ausgehändigt (hier downloaden).

  • Kooperation mit dem Jugendamt Stuttgart – Dr. Susanne Heynen

    Im Januar kam die Leiterin des Jugendamts Dr. Susanne Heynen auf den Verein zu. Das Jugendamt feiert 2021 100jähriges Bestehen. Es war ihr wichtig, dem Thema Kinderverschickungen auch hier schon gerecht zu werden.

    Daraus ist ein sehr offener, empathischer und professioneller Kontakt zwischen Jugendamt, Verein und einzelnen Betroffenen entstanden. Frau Dr. Heynen wird auch am 29.07.2021 eine der Expertinnen der Scala TV - Sendereihe und dem Symposium Kinderverschickungen vom 18.-19.09.2021 sein.

    Wir werden über ein bereits bestehendes Aufarbeitungsprojektes des Jugendamts - zu dem ihr hier Informationen findet https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2019/pressemitteilung.866439.php mit Frau Dr. Heynen und dem forschenden Prof. Dr. Wolfgang Schröder festlegen, in wieweit auch das Thema Kinderverschickungen unter Beteiligung des Jugendamts Stuttgart mit aufgearbeitet werden kann.

    Frau Heynen hat durch Frau Wohlfarth vom Landesarchiv bereits erfragt, zu welchen Heimen, die in Trägerschaft des Jugendamtes waren Unterlagen vorhanden sind. Hier die Daten von Frau Wohlfarth an Frau Dr. Heynen. Mit der Veröffentlichung möchten wir andere Träger ermutigen, in die Kooperation mit dem Landesarchiv einzutreten.

    Kindersolbad Stuttgart, Bad Rappenau

    • Verwaltungsunterlagen liegen im Stadtarchiv Stuttgart vor
    • Im Staatsarchiv Ludwigsburg gibt es 2 Schreiben über die Mitgliedschaft des Kindersolbads im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (Signatur E 191 Bü 6555) und
    • eine Aufsichtsakte (Signatur EL 90 V Bü 1848)

    Kinderkurheim Hallberger Haus, Kressbronn

    • Verwaltungsunterlagen liegen im Stadtarchiv vor
    • Im Staatsarchiv Ludwigsburg gibt es ebenfalls eine Aufsichtsakte
      (unter der Signatur EL 90 V Bü 1856)

    Kinderheim Hofgut Storzeln, Hilzingen

    • Verwaltungsunterlagen im Stadtarchiv Stuttgart
    • Keine Aufsichtsakte bekannt.
    • Im Staatsarchiv Freiburg befinden sich Unterlagen über einen Brand (Signatur F 178/5 Nr. 3466)

    Kindererholungsheim St. Norbert, Rot an der Rot

    • Verwaltungsunterlagen im Stadtarchiv Stuttgart
    • Keine Aufsichtsakte bekannt

    Kinderheim Stuttgart Plieningen / Paracelsusstraße 39

    • Verwaltungsunterlagen im Stadtarchiv Stuttgart
    • Keine Aufsichtsakte im Staatsarchiv Ludwigsburg vorhanden

    Das Kindererholungsheim Bruckfelden, Frickingen

    • Es war nicht in Trägerschaft der Stadt Stuttgart, wurde aber hauptsächlich durch die Stadt Stuttgart belegt. Auch diese Einrichtung ist in der Heimliste des Landesarchivs.

    Die Aufsichtsakten eines Kinderkurheimes sind eine hilfreiche Quelle. Die Akten von noch bestehenden Einrichtungen, oder Einrichtungen, die noch nicht lange geschlossen sind, befinden sich noch in der Registratur des KVJS. Im Landesarchiv befinden sich viele der Aufsichtsakten der württembergischen Vorgängerorganisation des KVJS, dem Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern, also den Regierungsbezirken Tübingen und Stuttgart, im Staatsarchiv Ludwigsburg. Diese sind dort bereits weitestgehend erschlossen, also gut recherchierbar. Die Akten badischer geschlossener Heime befinden sich in der Regel noch in der Registratur des KVJS, in Ausnahmefällen auch bei uns im Landesarchiv. Die zuständige Abteilung ist dann nicht das Staatsarchiv Ludwigsburg, sondern das Generallandesarchiv Karlsruhe.

    Das Staatsarchiv Ludwigsburg erreichen Sie per Mail unter mailto:staludwigsburg@la-bw.de (https://www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/standorte/staatsarchiv-ludwigsburg/47251) und das Generallandesarchiv Karlsruhe unter mailto:glakarlsruhe@la-bw.de (https://www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/standorte/generallandesarchiv-karlsruhe/47245).

    Frau Dr. Heynen erreicht ihr unter der Mailadresse Susanne.Heynen@stuttgart.de.

  • DRK Landesverbände Baden und Württemberg

    Am 19.11.2020 haben uns die Landesgeschäftsführer Baden und Württemberg einen Brief zukommen lassen, in dem beide uns ihre Unterstützung bei der Aufarbeitung der Geschehnisse zusagen. Den Brief findest du hier.

    • Es haben bereits zwei Telefonate und zwei Onlinetreffen stattgefunden.
    • Diese waren leider Beispiele dafür, wie es nicht geht. Es wurde abgewiegelt und uns wurde vermittelt, dass das DRK derzeit wichtigere Dinge in der Pandemie zu meistern hätte als die Aufarbeitung unseres Themas.
    • Weitere Gespräche mit den Präsidien sind terminiert.
  • Sonstige Trägerkontakte

    Es gab bereits einzelne Kontakte zur AOK und der Deutschen Rentenversicherung BW. Hier wird allerdings klar, dass es erst weitere Auseinandersetzung mit dem Thema Aufarbeitung Kinderverschickungen geben wird, wenn das Sozialministerium wieder die Leitung übernimmt.

    Mit mehr Ehrenamtlichen wird es möglich, individuell und proaktiv auf die Träger zuzugehen, zu denen es Betroffene gibt. Ziel ist immer eine Aufarbeitung der Verschickungspraxis Baden-Württemberg auf Augenhöhe zu erreichen. Wir brauchen deine Unterstützung.

    Das erste Treffen der Projektgruppe war am 18.03.2021. Wenn du in dieser Projektgruppe mitarbeiten und unser Vorhaben unterstützen möchtest, melde dich bitte per Mail.

    Projektgruppe Trägerkontakte und Politikarbeit AKVBW e.V.
    Leitung: Andrea Weyrauch,
    vorstand@verschickungsheime-bw.de